ABC der Landwirtschaft M-Z
M
Monokultur
Eine Art der Bodenbewirtschaftung, die lediglich auf dem Anbau einer einzigen Pflanzensorte beruht. Unter agronomischen Gesichtspunkten ist von Monokulturen abzuraten, da sie nicht nur zu einer schnellen Auslaugung der Böden führen, sondern letztlich auch die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen und die Artenvielfalt zerstören.
Das Gegenteil der Monokultur nennt man Mischkultur oder Fruchtfolge (und bisweilen auch Polykultur).
Ö
Ökologischer Fußabdruck
Der ökologische Fußabdruck spiegelt die Auswirkungen menschlichen Verhaltens auf die Ökosysteme unseres Planeten wider. Er bemisst sich im Allgemeinen nach der Fläche, die von einer Einzelperson, einer Stadt oder einem ganzen Land beansprucht wird, um ihre jeweiligen Bedürfnisse zu befriedigen. Genauer gesagt, wird durch den ökologischen Fußabdruck die Fläche quantifiziert, die über die entsprechende Biokapazität verfügt, um die von einer Einzelperson oder von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe konsumierten Güter zu produzieren und ihren Müll abzubauen. Somit vermittelt uns der ökologische Fußabdruck eine Vorstellung von dem Anteil der Erdoberfläche, den wir zum Leben oder Überleben in Anspruch nehmen.
P
Pestizide
Pestizide sind Substanzen, die in Pflanzungen versprüht werden, um schädliche Lebewesen zu bekämpfen. Es handelt sich dabei um eine allgemeine Bezeichnung, die Insektizide (gegen schädliche Insekten), Fungizide (gegen Pilze), Herbizide (gegen "Unkraut") und Parasitizide (gegen Parasiten) umfasst. In der biologischen Landwirtschaft sind chemisch-synthetische Pestizide verboten. Sie gelten als Ursache für die Verschmutzung von Gewässern und die Zerstörung der Artenvielfalt (insbesondere in Bezug auf Insekten und Mikroben). Darüber hinaus stehen sie im Verdacht, krebserregend zu sein. Es gibt jedoch zahlreiche natürliche Mittel, die sich gegenüber den Pestiziden als Alternative anbieten.
S
Saatgut
Als Saatgut bezeichnet man die Samen und in einem weiteren Sinne auch alle anderen pflanzlichen Keimanlagen wie z.B. Zwiebeln, Knollen usw., die für die Aussaat vorgesehen sind. Sie sind das erste Element, das beim Anbau von Nutzpflanzen zum Einsatz kommt.
Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterliegen die Herstellung von Saatgut und ihre Vermarktung behördlichen Kontrollen. In den industrialisierten Ländern wird die Produktion von Saatgut heute überwiegend durch Saatguthersteller sichergestellt. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die sich auf die Selektion, die Produktion und den Vertrieb ausgewählter Sämereien spezialisiert haben. Um die Menge des verfügbaren Saatguts so weit zu vermehren, dass genügend Vorräte zur Belieferung der Märkte vorhanden sind, schließen die Saatguthersteller Verträge mit Landwirten, die sich als Saatgutvermehrer betätigen. Deren Sämereien werden in Saatgutstationen aussortiert, kalibriert, vorbehandelt und verpackt, um nach entsprechender Prüfung als zertifiziertes Saatgut in den Verkehr gebracht zu werden.
Von betriebseigenem Saatgut spricht man, wenn ein Landwirt die Ernte, die er mit den zertifizierten, von einem Saatguthersteller erworbenen Samen erzielt hat, erneut zur Aussaat verwendet. In diesem Fall liegt keine Hervorbringung einer neuen Sorte vor. Der Begriff "bäuerliches Saatgut" hingegen wird seit einigen Jahren verwendet, um solche Sämereien zu bezeichnen, die von den Landwirten mit dem Ziel ausgewählt und erzeugt werden, traditionelle Sorten am Leben zu erhalten, ohne dabei auf das Angebot der großen Saatguthersteller zurückgreifen zu müssen.
In den letzten rund zwanzig Jahren hat die Saatgutindustrie einen Großteil der bekannten Sorten aufgekauft und sich sogar Patente dafür ausstellen lassen. Auf diese Weise hat sie die Bauern um ihr grundlegendes Recht betrogen, selbstständig und kostenlos ihr eigenes Saatgut zu produzieren, wie sie dies seit Jahrhunderten getan haben.
T
Transgene Pflanzen
Transgene Pflanzen, gemeinhin als GVO bzw. GMO bezeichnet, sind lebende Organismen, deren Genom in einem Laborverfahren durch das Einschleusen artfremder Gene verändert wurde (siehe "Gentechnisch veränderte Organismen").

