Dominique Guillet – Frankreich/Indien

Dominique Guillet – Frankreich/Indien

"Die beste Art, sich gegen multinationale Großkonzerne zur Wehr zu setzen, besteht darin, auf ihre Dienste zu verzichten."

Dominique Guillet ist Gründer des Vereins Kokopelli, der sich für die Bewahrung der Biodiversität des Saatguts einsetzt. Er war seit jeher der Auffassung, dass das Heil der Menschheit nur über einen respektvollen Umgang mit der Erde erreicht werden kann.

Gegen Ende der 80er Jahre gründet er die Gesellschaft Deva, die Blütenessenzen herstellt und vermarktet. Schon zu dieser Zeit trifft er die Entscheidung, gegen die von der Industrie betriebene Konfiszierung von Saatgut vorzugehen, indem er die Samen alter Nutzpflanzen sammelte und so zur "Befreiung des Saatguts und des Humus" beitrug. Dieses Engagement führte schließlich zur Gründung des Vereins "Terre de semences", der fortpflanzungsfähige Sämereien für Hunderte verschiedener Obst- und Gemüsesorten zum Verkauf anbot.

Gewissen multinationalen Konzernen war dieses Projekt offenbar ein Dorn im Auge, zumal sie die Herstellung von Saatgut als eine Art "privaten Jagdgrund" zu betrachten schienen. Ihren fortwährenden Anfeindungen ausgesetzt, beschließt Dominique Guillet im Jahr 1999, "Terre de semences" in "Kokopelli" umzuwandeln, einen Verein, der als unerlässliche Institution zur Bewahrung der Artenvielfalt mittlerweile weithin anerkannt ist. Im Jahr 2000 trieb es Dominique Guillet, sein Engagement auch auf Indien auszudehnen. So richtete er in der indischen Modellstadt Auroville das Samenproduktionszentrum "Annadana" ein, einen blühenden Garten, der heute Tausende von Familien mit Saatgut versorgt.

Seither hat Kokopelli seinen Aktionsradius kontinuierlich erweitern können, so dass der Verein inzwischen überall auf der Welt Samen von Gemüsepflanzen vertreibt. Auch hat er die Gründung zahlreicher Dorfgemeinschaften ermöglicht, die in der Lage sind, sich eigenständig mit Nahrung zu versorgen.

www.kokopelli.asso.fr