Claude und Lydia Bourguignon – Frankreich

Claude und Lydia Bourguignon – Frankreich

"Wir haben Methoden entwickelt, die es ermöglichen, die Böden zu regenerieren und verlassene Orte wieder mit Menschen zu besiedeln."

Lydia Bourguignon, diplomierte Ernährungswissenschaftlerin, und Claude Bourguignon, Agraringenieur und promovierter Mikrobiologe, haben dem französischen Institut für Agrarforschung INRA (Institut National de la Recherche Agronomique) den Rücken gekehrt, als sie sich mit der Ausrichtung und den Schwerpunktthemen dieser Organisation nicht länger identifizieren konnten.
Im Jahr 1990, also nach ihrem Austritt aus dem INRA, haben sie unter dem Namen LAMS (Laboratoire d'Analyse Microbiologique des Sols) gemeinsam ihr eigenes Forschungslabor für mikrobiologische Bodenanalyse gegründet. Dort untersuchen sie die biologische Aktivität landwirtschaftlich genutzter Flächen, wobei sie bedauerlicherweise feststellen müssen, dass diese auf der ganzen Welt unaufhaltsam abnimmt. So sind etwa in Europa rund 90% der biologischen Bodenaktivität mittlerweile vernichtet worden.

Lydia und Claude Bourguignon sind die Verfasser des Werks "Le sol, la terre et les champs" ("Der Boden, die Erde und die Felder"), das auf dem Gebiet der Agrarökologie als wegweisend gilt. Beide sind auch in der Ausbildung tätig, wobei sie insbesondere Lehrgänge im Fach Bodenbiologie veranstalten.
Das LAMS ist das einzige französische Forschungslabor, wo im Auftrag von Landwirten physische, chemische und biologische Bodenanalysen durchgeführt werden.

Während andere Institute lediglich die Erde untersuchen, prüft das LAMS die Beschaffenheit der Böden – und dies ist ein fundamentaler Unterschied: Anstatt per Post eingesandte Proben zu analysieren, begibt sich das Team des LAMS direkt an Ort und Stelle, um dort die Böden in Augenschein zu nehmen. Mithilfe verschiedener Tests und mikroskopischer Untersuchungen wird dann deren biologische Aktivität präzise bestimmt. Im Anschluss an diese erste Etappe werden im Labor physische, chemische und biologische Analysen an diversen Bodenproben durchgeführt, die aus unterschiedlichen Tiefen stammen.

Die Untersuchungsergebnisse sind für die Landwirte von doppeltem Nutzen: Zum einen wissen sie nun genau über das Potential ihrer Böden Bescheid und haben damit alle Trümpfe in der Hand, um diese möglichst wirtschaftlich und rentabel nutzen zu können; zum anderen werden sie durch dieses Wissen in die Lage versetzt, eine Fruchtfolge planen, die im Hinblick auf die Qualität ihrer Erzeugnisse und auf einen dauerhaften Ertrag optimal geeignet ist.

Während die bloße Analyse der Erde so gut wie immer damit endet, dass zusätzliche Dünger empfohlen werden, führt die Analyse der Böden im Gegenteil meist zu einer Reduzierung von Düngern und Pestiziden, wenn nicht gar vollständig darauf verzichtet werden kann. Und dies ist ganz im Sinne eines respektvollen Umgangs mit der Erde bei gleichzeitiger Steigerung der Rentabilität.

www.lams-21.com